Expermentiertage am 8. und 9. Dezember 2010

Im Sachunterricht spielen Naturwissenschaften und Experimente eine große Rolle. In diesem Jahr hat unsere Schule erstmalig zwei Projekttage zu Experimenten geplant, die alle Kinder der Schule, vom ersten bis zum 4. Schuljahr durchführen. An beiden Tagen setzen sich die Kinder mit Phänomenen aus ihrem Alltag auseinander. Sie experimentieren, beobachten, ziehen Schlüsse, erklären und denken. Dieses tun sie je nach Versuch in Gruppen, alleine oder mit einem Partner.

Dabei ist es unser Hauptanliegen, dass die Kinder eigene Erfahrungen machen, die sie in einem besonderen Forscherbuch dokumentieren. Die Kleinen malen in erster Linie, die Großen können ihre Erkenntnisse auch schriftlich formulieren. Die Kinder sollen sich wie Forscher fühlen und stolz auf ihre Entdeckungen sein.

Ähnlich wie bei unserem tollen Zirkusprojekt im Frühjahr 2010 haben auch bei den Experimentiertagen Eltern und Lehrer ganz eng zusammengearbeitet. Die Eltern begleiten die Kindergruppen und führen sie von Experiment zu Experiment durch die Schule, andere Eltern betreuen sie an den 12 Forscherstationen zusammen mit den Kollegen, helfen bei der Versuchsdurchführung, fordern die Kinder heraus, geben Denkimpulse, bieten Hilfestellung, unterstützen sie beim Verschriftlichen der Versuchsergebnisse und stellen immer wieder die Materialien zur Verfügung, die die kleinen Forscher für ihre Experimente brauchen. Eine Gruppe von Müttern backt köstliche Waffeln, die die Kinder mit Genuss vespeisen. Ausdrücklich bedanke ich mich im Namen meiner Kolegen und Kolleginnen für die engagierte Mithilfe der Eltern. Ohne Sie, liebe Eltern, hätten wir den Tag so nicht durchführen können.

Die Themen der Experimentierstationen: Kann Wasser Stoffe verschwinden lassen? - Wir stellen Brausepulver her – Was passiert beim Mischen von Brausepulver und Wasser ? - Bunte Farben - Das Geheimnis der verborgenen Farben – Wie funktioniert ein Tintenkiller? - Was können Bleichmittel? - Färben von Stoff mit Bonbons – Ein Streichholz richtig anzünden – Ein Feuerwerk aus der Apfelsinenschale – Super–Absorber – wie funktioniert die Babywindel? Wasser hat eine Haut – Das Boot mit Seifenantrieb

Die Ideen und Vorlagen für einige der Themen stammen aus der Handreichung „Was passiert wenn..?“ der Uni Dortmund.

Fotos: Angela Bode

Text: Angela Bode


Stoffe kann man auch mit Bonbons färben.


Wir haben Erdbeerbonbons in Wasser hineingelegt.
Sie haben die rote Farbe an das Wasser abgegeben.


Ein weißer Stofflappen wird im Wasser rosa gefärbt.
Durch die Zugabe von Essig bleibt die Farbe im Stoff.


Wasser hat eine Haut: In einer Petrischale haben wireine 20 Cent Münze mit Tropfen aus einer Pipette beträufelt. Wir können einen Wasserberg auf der Münze beobachten.


Dann wird eine Münze mit Wasser, dem Spülmittel
zugesetzt ist, beträufelt. Jetzt bildet das Wasser
keinen Berg mehr auf der Münze.



Spülmittel zerstört also die Oberfächenhaut des
Wassers.


Hier lernen wir etwas ganz Wichtiges: wie man ein
Streichholz gefahrlos anzündet, nämlich immer vom
Körper weg.


Die Apfelsinenschale enthält ein Öl, das ein kleines
Feuerwerk entstehen lässt, wenn man es vorsichtig in die Flamme spritzt.


Vorsicht: Bei diesem Experiment muss immer ein
Erwachsener dabei sein.


Was prickelt in der Brause? Wir haben selber
Brausepulver hergestellt: Aus Zucker, Natron,
Zitronensäure und etwas Aromazucker haben
wir Brausepulver gemischt.


Auf der Zunge zerplatzten die Brauseblasen.
Sauer macht lustig.


Mmh lecker!!!
Wir haben die Brause aber auch mit Wasser getrunken.


Wenn ich Brausepulver in ein Wasserglas mit einem
brennenden Teelicht schütte, so geht die Flamme
aus.


Die Blubberblasen, also das Kohlendioxid des Brause-
pulvers, verdrängen den Sauerstoff aus dem Glas
und die Flamme erstickt.


Der Versuch wird dokumentiert.


Kann Wasser Stoffe verschwinden lassen?
Ja, kann es!!


Hier ist der Reagenzglasständer mit 6 Proben:
Salz, Zucker und Essig lösen oder mischen sich unsicht-
bar im Wasser,


Speiseöl schwimmt auf dem Wasser, Sand sinkt auf
den Boden des Reagenzglases und bleibt sichtbar.


Bunte Farben.
Diese Station finden wir besonders schön! Wir
dürfen mit bunten Filzstiften auf Filterpapier
malen.


Danach tropfen wir mit der Pipette Wasser auf
das Papier.


Wunderschön verlaufen die Farben.


Wie funktioniert ein Tintenkiller?


Eine ganz kleine Menge Natriumsulfit wird in die Tinte
geschüttet.


Die Tinte verschwindet gänzlich!!


Wie funktionieren Waschmittel?
Beeindruckend können wir erleben, wie Vollwaschmittel blaues Tintenwasser wieder in klares Wasser verwandelt. Feinwaschmittel für Buntwäsche schont die Farben, hier ist kein Bleichmittel zugesetzt und die Farben bleiben erhalten.


Warum bleibt der Babypopo in der Windel trocken?
Antwort: Weil Superabsorber unglaublich viel Flüssigkeit festhalten und binden kann. Auf einem kleinen Teelöffel Superabsorber können wir bis zu 50 Pipetten mit Wasser hinzugeben ohne dass das Wasser wegfließt.


Das Boot mit Seifenantrieb.
Die Papierboote flitzen über die Wasseroberfläche,
wenn hinter dem Boot Spülmittel getropft wird.
Durch das Spülmittel verändert sich die Oberflächen-
spannung des Wassers. Das Boot fährt so lange auf der Wasseroberfläche, bis sich das Spülmittel im Wasser
verteilt hat.


Das Geheimnis der verborgenen Farben: Ein Löschpapier bekommt einen dicken schwarzen Filzstiftstrich. Es wird mit dem unteren Rand in ein Wasserglas gehängt.


Nach kurzer Zeit kriecht das Wasser im Papier hoch und nimmt die schwarze Farbe auseinander.


In schwarzer Filzstiftfarbe sind also viele verschie-
denen bunte Farben enthalten.


Im Forscherbuch werden alle Versuche genau protokolliert. Die Kinder schreiben auf, was sie beobachtet haben, formulieren ihre Erklärungen und zeichnen den Versuchsaufbau.






Einige Mütter backen ganz viele leckere Waffeln.


Die werden zwischendurch mit Heißhunger verspeist.


Ohne Worte !!!!!




Forscherdrang fördern

VON NICOLE MAIBUSCH - Bericht Rheinische Post vom 9.12.2010

Rheinberg (RP) Eine Konsequenz aus der Pisa-Studie: Erstmals gestaltet die Wilhelm Koppers-Grundschule naturwissenschaftliche Projekttage. Zwölf verschiedene Experimente zeigen, dass Physik und Chemie absolut spannend sind.

Ein spannendes Experiment: Franziska beobachtet mit der Mutter Beate Quenders, was mit Essig und Wasser passiert, wenn man beides mischt. RP-Foto: Armin Fischer

Ein spannendes Experiment: Franziska beobachtet mit der Mutter Beate Quenders, was mit Essig und Wasser passiert, wenn man beides mischt. RP-Foto: Armin Fischer

Es blubbert, brodelt und blitzt in den Klassenräumen der Wilhelm Koppers-Grundschule: Zwei Tage lang arbeiten 168 Schüler als kleine Forscher und widmen sich Klassen übergreifend insgesamt zwölf unterschiedlichen Experimenten aus den Bereichen Chemie und Physik. "Wir gestalten diese Projekttage zum ersten, aber sicher nicht zum letzten Mal", erklärt Schulleiterin Angela Bode.

Neugier wecken

Aus gutem Grund: Auf diese Weise soll schon bei den Kleinsten das Interesse an den naturwissenschaftlichen Fächern gefördert werden. Die Pisa-Studie 2000 hatte es ans Licht gebracht: Im internationalen Vergleich hinkten bundesdeutsche Schüler in Physik, Chemie oder Biologie arg hinterher. Seitdem hat sich einiges geändert. Schon an Grundschulen wird nun der naturwissenschaftliche Teil des Sachunterrichts gestärkt. Dazu wurde eigens ein praktisches Unterrichts- bzw. Projektkonzept entwickelt, das alle Sinne anspricht und somit gerade bei Grundschülern Neugier und Forscherdrang weckt.

Info

Eltern-Engagement

Auf eines ist Schulleiterin Angela Bode bei der Durchführung der Projekttage – und nicht nur dabei – besonders stolz: auf das Engagement der Eltern.

Viele haben sich frei genommen, um bei der Betreuung zu helfen, Mütter haben Waffeln gebacken. "Ohne die Eltern wäre das in dieser Form nicht möglich gewesen", so Bode.

"Die Experimente haben alle Bezug zum Alltag der Kinder", erklärt Angela Bode. Da wollen die Knirpse natürlich ganz genau wissen, wie's funktioniert. Selbst Brausepulver herzustellen zum Beispiel. Klar: Mit Zucker, Natron und Zitronensäure fängt es schnell an zu prickeln, lernen die Kids. Was können Bleichmittel? Wie kann man mit Apfelsinenschalen ein kleines Feuerwerk erzeugen? Oder: Wie funktioniert ein Tintenkiller? Für die Nachwuchsforscher galt es, mit Hilfe von Eltern und Lehrer, die Antworten und Erklärungen selbst herauszufinden und zu dokumentieren. In Wort und Bild. "Das ist wichtig für den Lernerfolg", weiß Schulleiterin Bode. Außerdem werden die Ergebnisse der Experimente auch im Unterricht aufgearbeitet.

Mit Feuereifer dabei

Marius (9) ging der Frage auf den Grund, ob Wasser Stoffe verschwinden lassen kann. Probenstoffe waren Zucker, Salz, Sand und Weißweinessig. Konzentriert füllte der Viertklässler Sand ins Reagenzglas. Logisch, fand Marius: "Sand ist schwerer als Wasser und setzt sich unten ab."

Ruck-Zuck notierte er die Beobachtungen in sein Experimentierheft. Anders bei Franziska, die sich Essig als Probenstoff ausgesucht hatte. "Nach dem Schütteln löst sich der Essig langsam im Wasser", meint die Achtjährige, die ihre Probe mit Argusaugen betrachtet. Beide waren wie all' ihre Schulkameraden mit Feuereifer bei der Sache, waren gespannt auf alle Experimente. Angela Bode ist überzeugt: "Was Kinder mit allen Sinnen selbst erfahren und gelernt haben, macht nicht nur mehr Spaß, sondern wird auch nicht mehr vergessen."