Die Klassen 3a und 3b besuchen die Kläranlage in Rheinberg

Am Montag, dem 19. Januar 2009 besuchten wir die Kläranlage in Rheinberg-Ossenberg. Vorher hatten wir uns im Unterricht mit den Thema „Wohin kommt unser Abwasser? Wie wird es wieder sauber?“ beschäftigt. Das, was wir vorher im Unterricht erarbeitet hatten, konnten wir nun in der Realität sehen.

Fotos: Kim Helbig
Texte: Kinder der Klasse 3a


Unsere Klasse 3a fuhr am Montagmorgen mit dem Bus nach Rheinberg, um dort die Kläranlage zu besuchen. Dort angekommen, wartete schon Herr Kosmac auf uns. Er führte uns über das Gelände und erklärte uns die einzelnen Stationen des Klärwerks.


Als erstes waren wir beim Hebewerk mit Schneckenpumpen.

Die Schnecken transportieren das Abwasser, das gereinigt werden soll, nach oben in das Rechenhaus. In Rheinberg gibt es drei dieser Schnecken, zwei für das Abwasser aus den Haushalten und eine für das Regenwasser.



Wir schauten ganz gespannt zu, wie das Abwasser mit der Schnecke nach oben transportiert wurde.

Dann ging Herr Kosmac runter zu den Schneckenpumpen und holte von dem Abwasser eine Wasserprobe.


Das Abwasser brachte er nach oben, es war braun und es stank. Alle hielten sich die Nasen zu, so doll stank es. (Anna, Sina, Celine und Marvin C.)


Unsere nächste Station war das Rechenhaus.


Im Rechenhaus stank es noch viel mehr als draußen.


Im Rechenhaus gibt es eine Maschine, die den groben Müll von dem Wasser trennt, den Rechen.


Der Müll kommt durch zwei Rohre, die am Rechen dran sind, und fällt in einen großen Container.



In dem Container waren ekliger Dreck, Toilettenpapier, Essensreste und noch andere Sachen. (Laura, Melissa, Lena und Sophie)



Nun ging es zum Sandfang.


Im Sandfang sinken Sand und kleine Steinchen nach unten ....


...und sammeln sich in einer Rille am Boden des Beckens.
Eine bewegliche Brücke, auf der man stehen kann, mit Saugschlauch fährt über das Becken und saugt die Rille leer. Außerdem wird hier noch Fett, das oben auf schwimmt, von einem Schieber, der auch an der Brücke befestigt ist, zusammen geschoben und abgeschöpft.


Über eine Leitung kommen der Sand und die Steinchen in einen weiteren Container. Wenn der voll ist, geht er zur Mülldeponie. (Christian, Marcel, Yannik und Vincent)



Jetzt ging es zur ersten biologischen Stufe. Herr Kosmac erklärte uns, dass Luft in die Brühe geblasen wird, damit die Bakterien fleißig fressen. Durch die Blasen sind Schmutzflocken entstanden und nach einer Stunde haben die Bakterien die Hälfte von dem Schmutz aufgefressen. Ungefähr alle 20 Minuten haben die Bakterien sich so voll gefressen, dass sie sich in zwei Teile teilen und so vermehren.


Als nächstes ging es zur zweiten biologischen Stufe. Hier fressen andere Bakterien und noch weitere Tierchen, wie Glockentierchen, Wimperntierchen, Geißeltierchen und Rädertierchen, den restlichen Dreck. Das dauert aber viel länger, nämlich 10 Stunden. Herr Kosmac nahm auch hier eine Wasserprobe. Obwohl das Wasser schon gereinigt wurde, sah es aber dreckiger aus als bei der ersten Probe. Das lag nämlich am Belebtschlamm, das sind die zusammen geklebten Bakterien.


Das letzte Becken war das Nachklärbecken. Der Belebtschlamm sinkt hier auf den Boden und geht zurück in die 2. biologische Stufe. An der Oberfläche des Nachklär-beckens ist nun fast klares Wasser. Das gereinigte Wasser wird dann in den Rhein geleitet, aber es ist noch kein Trinkwasser, da noch Bakterien drin sind. Auch hier hat Herr Kosmac eine Wasserprobe genommen und das Wasser war viel sauberer. (Alexander, Björn, Lukas und Justin)


Das, was an Belebtschlamm in den beiden biologischen Klärstufen zu viel ist, geht als Klärschlamm in den Faulturm.


Die Bakterien und die anderen Tierchen sind so klein, dass man sie nicht sehen kann. Herr Kosmac legte nur einen Tropfen unter das Mikroskop und hat sie ganz doll vergrößert ...


und so sahen wir die Bakterien und Tierchen.


Wir fanden das sehr gut und interessant. (Helin, Yannic, Marvin Z. und Marlon)



Der Besuch im Klärwerk war echt cool, auch wenn es manchmal so doll stank, dass man sich die Nase zuhalten musste. (Klasse 3a)

Nach dem Besuch auf der Kläranlage hat Herr Kosmac alle Vorgänge bei der Reinigung von Wasser in Versuchen gezeigt. Dazu versammelten wir uns im Mehrzweckraum.


Wir waren alle gespannt auf die Vorführung.




Als erstes wurde der Rechen nachgestellt. Hierzu diente ein Aquarium, in das Wasser und Papierschnipsel gegeben wurden.


Als Rechen wurde ein Kamm verwendet. Das Papier wurde „zusammengerecht“.


Als zweites kam der Sandfang: In das Wasser wurde Sand geschüttet.


Der Sand fiel – wie in der echten Kläranlage – erst auf den Boden. Dann stellte Herr Kosmac das Becken auf die Ecke und der Sand sammelte sich dann in der „Rinne“. Von dort konnte er abgepumpt werden.



In der biologischen Stufe wurde der Einfluss von Luft und zugegebenen Bakterien geprüft. Insgesamt hat Herr Kosmac 4 solcher Messzylinder mit unterschiedlichen Inhalten gefüllt.

Wir äußerten unsere Vermutungen, was nun passiert.

Oben sehen wir links die Wasserprobe aus dem Zulauf und rechts unsere Vermutungen, was nun passiert.


Am nächsten Tag wurden die Ergebnisse ausgewertet.

In der Probe vom Zulauf hat sich nur wenig verändert: Das Wasser war immer noch schmutzig. Durch die Luft alleine ist das Wasser offensichtlich nicht zu reinigen.


In diesen Proben wurde zum Zulauf Belebtschlamm dazu gegeben.

Rechts wird gerade Luft hinein geblasen. Dadurch ist der Belebtschlamm gleichmäßig verteilt.


Hier ist die Luft abgestellt und der Belebtschlamm zu Boden gesunken.

Wir sehen einen deutlichen Unterschied im Wasser des linken und rechten Zylinders. Rechts ist es sauberer.


Dieses war ein Beispiel eines sehr lebendigen Sachunterrichts: Die Kinder haben einen Sachverhalt auf verschiedenen Ebenen erarbeitet: Sie hatten eine originale Begegnung in der Kläranlage, haben das Gesehene mit Hilfe des Biologen, Herrn Kosmac, in Modellen nachvollzogen, haben alles in Sachzeichnungen festgehalten und in Texten nachgelesen.

Wir danken der LINEG für die Möglichkeit des Besuchs auf der Kläranlage und Herrn Kosmac für seinen engagierten Einsatz.